Bachelor-Arbeit 2013

Spaltverschluss – Das All-In-One-Konzept

Ein optimaler Start ins Leben:
Bei der Operation nach dem All-in-One Konzept wird der Spalt, der durch einen Defekt bei der pränatalen Entwicklung entsteht, bereits kurz nach der Geburt verschlossen. So können die meist nur 3 Monate alten Patienten normal saugen, schlucken und sprechen lernen.

Die Wiederherstellungschirurgie im Bereich der Kiefer- und Gesichtschirurgie befasst sich unter anderem mit dem Verschluss von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die im Volksmund auch Hasenscharten genannt werden. Ein Fehler der Entwicklung im Mutterleib führt dazu, dass die betroffenen Kinder bereits mit diesem Defekt geboren werden. Der frühzeitige Verschluss von bilateralen Lippen-Kiefer-Gaumenspalten trägt maßgeblich zur besseren Entwicklung des Kindes bei. Besonders die Gaumenspalte behindert den Säugling bei der Nahrungsaufnahme. Im späteren Verlauf stört die Spaltausbildung beim Erlernen des Lautformens und des Sprechens. Auch Schlucken ist für Spaltpatienten ein gewichtiges Problem. Das verbesserte Äußere spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Frau PD Dr. Dr. Katja Schwenzer-Zimmerer verschließt in einer ein-zigen frühen Operation die Spalt-ausprägung und ermöglicht mit ihrer Herangehensweise einen normalen Entwicklungsstart für das betroffene Kind.

Die hierzu ausgearbeitete Animation fasst die Besonderheiten dieses Vorgehens in wenigen Minuten zusammen und verdeutlicht gleichzeitig die Vorteile dieser Methode gegenüber mehrfachen jahrelangen Operationszyklen nach herkömmlicher Herangehensweise. In der Animation kann auch die prä- und postoperative Phase integriert und gezeigt werden. Das 3D-Modell bietet dem Betrachter eine realitätsnahe Orientierung im operativen Geschehen und trägt damit zum besseren Verständnis bei. Zur Vorbereitung der gestalterischen Arbeit standen computertomographische Scans der Spalt-Ausprägung und vielfältiges Fotomaterial zur Verfügung, ergänzt durch im Operationssaal entstandene Skizzen. Die Zielgruppe der Visualisierung sind junge Ärzte, die einen Abschluss in Medizin und Zahnmedizin haben und nun das Fachgebiet der Kiefer- und Gesichtschirurgie anstreben. Deswegen kann von einem sehr fundierten anatomischen Wissen ausgegangen werden.

Der didaktische Schwerpunkt liegt in der Darstellung der chirurgischen Handlungsabfolge. Folglich ist die Veranschaulichung von Schnittführung und Nahttechnik von großer Bedeutung. Damit wird die Abfolge der ausgeführten Operation und die Anwendung erlernter Methoden vermittelt. Um ein möglichst breites Fachpublikum anzusprechen, ist der Off-Text der Animation auf Englisch eingesprochen.

Mentorate

Gestalterisches Mentorat: Jeanne Peter, Simone Monhart Wüthrich.

Kooperationspartner: PD Dr. med. Dr. med. dent. Katja Schwenzer-Zimmerer, Interdisziplinäres LKG-Zentrum des Universitätsspitals Basel

Bernd Spiessl Symposium

Spaltverschluss – Das All-In-One-Konzept
Eine 3D-animierte, gestalterische Lösung im Rahmen einer Bachelorarbeit in der Vertiefung Scientific Illustration

Die früh-verschlossene Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ermöglicht Kindern normal Saugen Schlucken und Lautformen zu erlernen. In Zusammenarbeit mit Frau PD Dr. Dr. Katja Schwenzer-Zimmerer, eine Pionierin auf dem Gebiet der Spaltchirurgie, entstand die Idee ihre Herangehensweise in eine 3D-Animation zu veranschaulichen. Im Rahmen meiner praktischen Bachelorarbeit in der Vertiefung Scientific Visualization an der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste, Zürich, Schweiz) das Ziel dieser Arbeit war, die Besonderheiten des All-In-One-Konzepts zu zeigen. Aufbauend auf einer theoretischen Arbeit über die illustrative Geschichte der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie erhielt ich einen Überblick über den Umfang der bestehenden medizinischen Illustrationen. Ich kam zu dem Schluss, der beste Weg chirurgisches Handeln visuell zu erklären, ist die Nutzung moderner Technologien. 3D-gestaltete Animationen bilden die traditionelle Darstellungskategorie in Phasen in einer bewegten Bildsequenz ab. Eine Animation hebt die Besonderheiten des All-In-One-Konzeptes hervor und zeigt einen kompletten Spaltverschluss. Das animierte Video fasst die Vorbereitung, den Verschluss und das Ergebnis der Operation in wenigen Minuten zusammen.

Die 3D-gestaltete Lösung gibt dem Zuschauer eine optimale Orientierung in der OP-Situation. Diese Orientierung kann direkt auf einen realen Patientenfall übertragen werden. Das kreative Hauptziel war es, die Faszination an traditioneller medizinischer Darstellung in die digitale Umsetzung der 3D-Animation zu überführen. Die Mehrheit der Zielgruppe in diesem Bereich ist angetan von der traditionellen Darstellungsweise wissenschaftlicher Illustrationen. Mit der Hilfe von Farbe und Licht konnte ich in meiner gestalterischen Umsetzung diese Vorlieben berücksichtigen und gleichzeitig eine nützliche didaktische Aussage treffen.
Die Zielgruppe sind junge Ärzte in der chirurgischen Ausbildung, die bereits ein Human- und Zahnmedizinstudium abgeschlossen haben und sich im Bereich der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie auf den Verschluss von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten spezialisieren wollen. Der Wissenstransfer im Bereich der Chirurgie geht aufgrund dessen von einem reichen anatomischen Wissen aus. Daher zeigt die Animation nur eine grundlegende anatomische Orientierung und legt den Fokus auf die bewegten, chirurgischen Handlungen.

Für die Entstehung des Modells bin ich von Fotos und Skizzen ausgegangen und habe dieses in dem 3D-Programm Cinema4D zu einer bewegten 3D-Illustration zusammengefügt. Meine Fachhochschule hat mir zwei gestalterische Mentoren zur Verfügung gestellt, Simone Monhart Wüthrich und Jeanne Peter. Frau PD Dr. med. Dr. dent. Katja Schwenzer-Zimmerer hat mich stets bei meinen medizinischen Anliegen unterstützt.

...zum Bernd-Spiessl-Symposium

Vortrag

Anlässlich des achten internationalen Bernd-Spiessl-Symposium 2013 durfte ich meine Arbeit in Basel vorstellen. Meine Zuhörer waren Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen aus aller Welt, die sich bei diesem Treffen über Innovationen und Technologien in der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie austauschten.

...zum Bernd-Spiessl-Symposium